Walkloden
Was ist Walkloden?
Walkloden, oder auch Loden, Walkstoff oder Wollwalk genannt, ist ein klassischer Stoff aus Wolle für Mäntel. Traditionell besteht er aus reiner Schafswolle und ist daher ein dichter, wind- und wetterfester, warmer Stoff, der hervorragend für Winterbekleidung geeignet ist.
Seit dem 20. Jahrhundert gibt es aber auch gewalkte Mischgewebe, die mindestens einen Wollanteil von 20 % enthalten müssen. Ein tolles Mischgewebe ist der „leichte Walkloden“. Er enthält einen Anteil Viskose. Daraus lassen sich schöne Kleidungsstücke für die Übergangszeit nähen, die das Tragegefühl von Wolle mit dem leichten Fall der Viskose verbinden.
Wie wird Walkloden hergestellt?
Für die Herstellung von Walkloden wird ein gewebter Stoff verwendet. Durch das sogenannte Walken (Drücken, Schieben, Stauchen, Pressen, Kneten) werden die Fasern des Stoffes in warmen, schwach alkalischen Wasser so miteinander verfilzt, dass ein strapazierfähiger, fester Stoff entsteht.
Am Ende wird dieser gewaschen, getrocknet und eingefärbt. Dabei entstehen tolle unifarbene, wie zum Beispiel Walkloden grau oder Walkloden grün oder auch gemusterte Walkloden, aber auch zweifarbige Walkstoffe. Sie sind perfekt geeignet für die Herstellung von Mänteln, Röcken, Jacken, aber auch Mützen, Kissen, Stulpen u.ä.
Welche Eigenschaften hat Walkloden?
Walkloden ist ein äußert strapazierfähiger Stoff, welcher sich durch seine hohe Festigkeit auszeichnet. Durch das Walken entstehen viele kleine Hohlräume im Gewebe, die sowohl Wärme als auch Kälte zurückhalten.
Er ist winddicht, wasserabweisend und knitterfrei und somit eine gute Alternative zum Softshell. Er ist der perfekte Stoff für kuschelige Wintermäntel, wie unseren Damenmantel Sofia oder den Kindermantel Tuppi.
Wie wird Walkloden verarbeitet?
Waschen:
Walkloden sollte weder mit der Waschmaschine noch von Hand gewaschen werden. Im Allgemeinen reicht es aus, den Schmutz abzuklopfen oder im trockenen Zustand einfach auszubürsten. Unangenehme Gerüche verschwinden in der Regel von alleine, wenn die Kleidungsstücke eine Weile gut ausgelüftet werden.
Falls es unbedingt erforderlich sein sollte, dann kann das Kleidungsstück in kalten bis lauwarmen Wasser von Hand vorsichtig gewaschen werden. Dabei darf aber auf gar keinen Fall Seife verwendet werden, da diese die Struktur des Gewebes beschädigt und dabei die guten Eigenschaften des Stoffes verloren gehen. Den Stoff beim Waschen nicht zu stark scheuern und im Nachhinein weder schleudern, noch auswringen.
Ein Geheimtipp beim Waschen von Walkloden. Sollte es unumgänglich sein, mit Waschmittel den Walkloden zu waschen, kannst du dein Walkstoff mit Walkfett besprühen oder einreiben. So bekommt er wieder die natürliche Eigenschaft der Selbstreinigung und natürlich des Wasser und Schmutzabweisung.
Trocknen:
Walkloden ist nicht trocknergeeignet. Das Kleidungstück kann vorsichtig in Form gezogen werden und auf einem Frotteehandtuch zum Trocknen ausgelegt werden.
Bügeln:
Walkloden kann auf niedriger Temperatur von links gebügelt werden. Eine seiner guten Eigenschaften ist jedoch die Knitterfreiheit. Somit braucht er im Allgemeinen nicht gebügelt zu werden.
Zuschnitt:
Walkloden ist als Meterware bei uns erhältlich. Diese lässt sich ganz einfach mit der Stoffschere, dem Rollschneider oder einer Zickzackschere zuschneiden. Dabei kann das Schnittmuster direkt aufgelegt und entlang der Kante geschnitten werden. Oder du überträgst das Schnittmuster mit einer spitzen Schneiderkreide auf den Stoff übertragen werden. Am Ende wird die Kreide einfach abgeklopft.
Bei Bedarf kannst du dir das Schnittmuster auch am Stoff feststecken. Dazu eignen sich hervorragend Stoffklammern oder Stecknadeln. Diese sollten aber einen großen Kopf haben, dass sie dir im Stoff nicht verloren gehen.
Da Walkloden nicht ausfranst kannst du auf die Saumzugabe verzichten. Schneide das Schnittmuster am Saum einfach entlang der Linie und verzichte auf das Umsäumen.
Nähen:
Walkloden kann problemlos mit der Nähmaschine genäht werden. Da er nicht ausfranst müssen die Nähte nicht versäubert werden.
Du solltest keine spitzen Nadeln verwenden. Walkloden ist ein Wollstoff und diese würden den Stoff beschädigen. Durch die Struktur des Gewebes würde sich eine spitze Nadel ohnehin sehr schnell abnutzen.
Walkloden ist ein sehr dicker Stoff ist. Verwende beim Zusammenstecken der Stoffteile einfach Nähklammern. Das Zusammenstecken mit der Stecknadel könnte schwierig werden.
Aufgrund der Dicke von Walkloden, passiert es oft, dass der Nähfuß am Nahtanfang nach hinten kippt. Das gleichst du ganz einfach aus, indem du am Nahtanfang ein Stück Stoff hinter den Nähfuß legst und ihn somit auf die gleiche Höhe bringst.
Polyestergarne eigen sich hervorragend zum Nähen von Walkloden. Für mehr Elastizität in deinen Nähten empfehlen wir, einen Zickzackstich zu verwenden. Vor allem, wenn du einen dehnbaren Walkstoff verarbeiten möchtest.
Welche Stoffe ähneln Walkloden?
Walkloden ist im Kern gewebt und dann gefilzt, sodass er seine entsprechende Struktur und Eigenschaften erhält. Walkloden hat für empfindliche Haut eine eher kratzige Oberfläche. Wer es natürlich, aber dennoch sehr weich und dick mag, kann hier auf das Wollfleece zurückgreifen. Im Kern ist Wollfleece ein Strickstoff aus Wolle, der durch Walzen aufgeraut wurde. Die Struktur erinnert daher an ein Fleecestoff.
Was kann man aus Walkloden nähen?
In der Regel werden aus Walkloden Mäntel oder Jacken genäht. Innen werden diese Kleidungsstücke gefüttert. Dabei kann auf Acetat, Musselin, Jersey oder Baumwolle zurückgegriffen werden.